Gotik – so entstand die düstere Kunstepoche

Der gotische Stil entstand ab dem 12. Jahrhundert in Frankreich und verbreitete sich von dort aus in ganz Europa. Die Hauptzeit der Gotik fand im 13. und 14. Jahrhundert ihre Blütezeit. Dabei handelt es sich um eine Kunstepoche nach der Romantik. Der Name Gotik hingegen entstand erst im 16. Jahrhundert. Abgeleitet vom germanischen Stamm der Goten, bezeichnete das Wort gotico etwas fremdes, wildes, grausames oder barbarisches. Die mittelalterliche gotische Kunst wurde damals als minderwertig eingeschätzt. Daher war der Name Gotik verachtend gemeint. Er wurde in der Renaissance (1420-1620) vom italienischen Architekten und Maler Giorgo Vasari bestimmt. Bereits ab dem 15. Jahrhundert wurde die Gotik in Italien durch die Renaissance abgelöst. Als Verkörperung des miesen Stils, wurde die Gotik noch bis ins 18. Jahrhundert verachtet.

 

Gotik im 21. Jahrhundert

In der heutigen Zeit spielt der Begriff insbesondere in der Architektur eine prägnante Rolle. Die wichtigsten Sakralbauten wurden zur Zeit der Gotik gebaut. Einzelne Länder entwickelten spezifische Stile. Insbesondere in Deutschland, Spanien, England und Italien sind unterschiedliche Meisterwerke zu finden. Daher sind in jeder Region unterschiedliche gotische Bauwerke anzutreffen. Neben den Sakralbauten sind die Kathedralen die imposantesten gotischen Bauwerke. Neben Bauwerken ist die gotische Kunst auch in Mode, Schrift, Sprache, Musik, Wand-, Glas-, Tafel-, Wand- und Buchmalerei anzutreffen. Selbst in der Holzschnitz- und Goldschmiedekunst konnte sich der gotische Stil ausprägen.

 

Woran erkennt man gotische Bauwerke?

Gotische Sakralbauten sind einfach an den klassisch Spitz zulaufenden Bögen zu erkennen. Der Bogen mit Spitze wird aus zwei Kreisen konstruiert. In der Romantik kamen Rundbögen zum Einsatz. Ein weiteres Merkmal ist die beeindruckende Raumhöhe. Dadurch wird eine großzügige Raumaufteilung und Helligkeit anvisiert. Zur Verzierung wurden große runde Fensterrosen ebenso einbezogen wie auch Wimperge, Rippen, Maßwerk, Strebe- werke, -pfeiler und bögen. Durch die Kreuzrippe wurde der Gewölbedruck zu den Pfeilern geleitet. Von Steinmetzen fein ausgearbeitete geometrische Muster schmückten insbesondere Fenster.

Spitzbögen
Spitzbögen – Bildquelle: Pixabay

Gotischer Saal in Berlin Kreuzberg

Auch wenn Kathedralen die herausragenden Bauwerke der gotischen Zeit waren, gibt es viele weitere interessante Gebäude in Deutschland die im gotischen Stil erbaut wurden. Der im Palas der Zitadelle liegende imposante Gotische Saal entstand im 15. Jahrhundert. Er befindet sich in der ehemaligen Schultheiss- Brauerei im Viktoria Quartier und ist ein Saal für spezielle Anlässe. Mit den ausgeprägten Rippengewölben ist der im denkmalgeschützten Schmiedehof stehende gotische Saal eines der wenigen noch erhaltenen Brauereigebäuden aus der Zeit. Zur Zeit des Krieges diente der Saal als Heilstätte für Pferden. Ab den 50ern wurde er zuer betriebseigenen Kapelle. Laut Aussage sollen die Wände und Decken im Gebetsraum mit Engelgemälden und Marienbildert verziert gewesen sein. Später (ca. 1980) wurde der Saal weiß gestrichen und in eine Malerwerkstatt umfunktioniert.

 

Gotischer Saal heute

1993 wurde der Brauereibetrieb geschlossen. Seit dem stand das Gebäude überwiegend leer. Michael Kubitscheck übernahm den Saal als Rohbau im Jahr 2015. Gute zwei Jahre dauerte der Umbau zum Veranstaltungsort. Besonders gefragt ist der gotische Saal für Hochzeiten. Doch durch die besondere Bauweise im neu-gotischen Stil, wird er auch oft für klassische Konzerte gebucht. Durch den perfekt abgestimmten Klangraum, ist es Musikern hier möglich, sich akustisch zu konzentrieren. Auch Seminare und Yoga Stunden werden hier abgehalten. In dem historischen Veranstaltungsort im Herzen Berlins, ist platz für 150 Personen. Bei Anlässen im Stehen können rund 220 Personen untergebracht werden.

 

Anfahrt:

Der gotische Saal befindet sich in der ehemaligen Schultheiss- Brauerei im Viktoria Quartier. Die genaue Adresse lautet:

Schmiedehof 17, 10965 Berlin

 

Weiterführende Links:

 

Info: Bei dieser Webseite handelt es sich um ein Fanprojekt. Ich stehe in keinerlei Verbindung mit dem gotischen Saal oder dem Besitzer. Ich besitze keine Rechte an dem Bauwerk und schreibe aus eigenem Interesse.